Akupunkturstudie bei Morbus Crohn-Patienten

Die Abteilung für Naturheilverfahren und Komplementärmedizin (Leiter: Dr. med. Benno Brinkhaus) der Medizinischen Klinik I mit Poliklinik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg beginnt jetzt mit einer klinischen Studie, in der die Wirksamkeit einer Akupunkturbehandlung bei Patienten mit Morbus Crohn untersucht werden soll. Ziel der Studie ist es, zu überprüfen, ob eine zusätzlich zur konventionellen Therapie durchgeführte Akupunkturbehandlung bei Morbus Crohn eine Milderung der Beschwerden bewirken und somit einen günstigen Effekt auf den Krankheitsverlauf ausüben kann. Dafür werden 40 Patienten aus Mittel- und Unterfranken gesucht, bei denen Morbus Crohn gesichert diagnostiziert wurde. Patienten, die sich für eine Teilnahme an der Studie interessieren, wenden sich bitte an das Sekretariat der Abteilung für Naturheilverfahren und Komplementärmedizin der Medizinischen Klinik I mit Poliklinik, Telefon 09131/85 -36759. Ansprechpartnerinnen sind Dr. med. Sefanie Joos, Nathalie Maupai und Christa Maluche.

Morbus Crohn ist eine meist im jüngeren Erwachsenenalter beginnende chronisch verlaufende entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Traktes mit oft erheblicher körperlicher und seelischer Belastung für die Betroffenen. Da die Entstehung der Krankheit zur Zeit noch weitgehend unklar ist, steht eine Therapie der Ursache nicht zur Verfügung. Bei der derzeit gängigen konventionellen Therapie werden akute Schübe nur kupiert beziehungsweise weitere Schübe verhindert.

 Aus epidemiologischen Untersuchungen der letzten Jahre geht hervor, daß immer mehr Patienten mit chronischen Krankheiten komplementärmedizinische Therapieverfahren nutzen. So hat auch die Akupunktur in den letzten Jahren in den westlichen Ländern eine weite Verbreitung gefunden. Die Akupunktur ist neben der chinesischen Arzneimitteltherapie eine der wichtigsten Behandlungsmethoden innerhalb der traditionellen chinesischen Medizin. Ihre Wurzeln lassen sich bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen.

 Für einzelne Anwendungsgebiete ist die Wirksamkeit der Akupunktur bereits wissenschaftlich untersucht und zum Teil belegt, wie z. B. für die postoperative und chemotherapieinduzierte Übelkeit. Für ein weites Feld an Erkrankungen fehlt jedoch bis zum jetzigen Zeitpunkt ein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis der Akupunktur. Eine Intensivierung der Forschung auf universitärer Ebene ist daher dringend nötig, um die Wirksamkeit bei unterschiedlichen Krankheitsbildern zu überprüfen. Ziel der Akupunkturforschung sollte es sein, Indikationen mit günstigen Effekten aufzudecken und in das Therapiespektrum der konventionellen Medizin zu integrieren, aber auch unnötige Kosten durch einen unsachgemäßen Einsatz der Akupunktur zu verhindern.

In einer universitären klinischen Studie soll nun erstmals die Wirksamkeit einer Akupunkturbehandlung als Ergänzung zur konventionellen Therapie bei Patienten mit Morbus Crohn überprüft werden. Für die teilnehmenden Patienten bedeutet das insgesamt zehn Akupunkturbehandlungen innerhalb von vier Wochen. Dabei soll die Wirkung der Akupunktur anhand der Krankheitsaktivität (erhoben mittels eines Morbus Crohn-spezifischen Indexes), der Lebensqualität (erhoben mittels eines Fragebogens) sowie bestimmter Immunwerte, welche vor Beginn und nach Abschluß der Akupunktur ermittelt werden, überprüft werden.

Die Abteilung für Naturheilverfahren und Komplementärmedizin (Leiter: Dr. med. B. Brinkhaus) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wurde 1989 als Modellprojekt an der Medizinischen Klinik I mit Poliklinik (Direktor: Prof. Dr. Eckhart G. Hahn) gegründet und konnte sich in den letzten Jahren mit finanzieller Unterstützung der Theo und Friedl Schöller-Stiftung sowie der Rut-und Klaus Bahlsen-Stiftung etablieren. Neben der Versorgung ambulanter und stationärer Patienten sowie einem ausgedehnten Lehrangebot für Medizinstudenten werden von der Abteilung Naturheilverfahren und Komplementärmedizin zahlreiche epidemiologische und klinische Studien durchgeführt.

  Kontakt:

Abteilung Naturheilverfahren und Komplementärmedizin der

Medizinische Klinik I mit Poliklinik

Krankenhausstr. 12, 91054 Erlangen

Tel.: 09131/85 -36759, Fax: 09131/85 -33443

Mediendienst FORSCHUNG Nr. 527 vom 2.12.1998                                                                                              Sachgebiet Öffentlichkeitsarbeit (Pressestelle) pressestelle@zuv.uni-erlangen.de
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